Informationen AGGLOlac

Nachfolgend möchte Sie der Vorstand über die wichtigsten Eckpunkte betreffend dem Projekt AGGLOlac und dem damit möglichen Umzug bzw. Neubauprojekt in Ipsach informieren (Text Peter Steiner Ausschuss AGGLOlac TC Schlossmatte und TC Dufour).

1. Politische Entscheidung

Das letzte Wort über das Projekt AGGLOlac haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Städte Biel und Nidau. Wegen der corona-bedingten Restriktionen hat sich das Prozedere verzögert. Aktuell haben die Gemeinderäte von Nidau und Biel die Projekt-Botschaft zuhanden ihrer Stadtparlamente verabschiedet. Diese wird in beiden Parlamenten voraussichtlich am Donnerstag, 18. März 2021 gleichzeitig behandelt. Sofern die Parlamente das Projekt zuhanden der Stimmbevölkerung absegnen (der Ausgang der Beratungen ist schwer abzuschätzen, das Projekt ist umstritten), würde AGGLOlac im Juni 2021 in Biel und Nidau zur Abstimmung kommen. Falls eines oder beide Parlamente die Vorlage ablehnt oder zurückweist, würde sich der Prozess erneut verzögern.

2. Zukunft der Tennisclubs

Die beiden Tennisklubs Schlossmatte und Dufour verfügen am heutigen Standort über Baurechte der Grundeigentümerin Stadt Biel, die bis Ende 2028 dauern; der TCS ist zudem Eigentümer des Landstücks, auf welchem sich das Klubhaus und der Platz 1 befinden. Soll vor 2028 ein Projekt in Angriff genommen werden, müssen die Tennisklub weichen und entsprechend „ausgekauft“ werden. Die beiden Klubs haben immer festgehalten, dass die Lösungssuche dafür Sache der Stadt Biel ist. Die beiden Klubs handeln dabei durch einen gemeinsamen Ausschuss. Als Ersatzstandort konnte einzig die Parzelle in Ipsach neben dem Seewasserwerk gefunden werden, welche im Eigentum der Burgergemeinde Nidau steht. Die Stadt Biel hält deutlich fest, dass die Baurechte auch bei einem Scheitern des Projektes Agglolac nicht verlängert werden. In diesem Fall würde lediglich ein Verbleiben auf Zusehen hin gestattet, bis die weitere Verwendung des Terrains feststeht (Gebrauchsleihe). Ein längeres und gesichertes Festhalten am heutigen Standort ist somit gemäss der Stadt Biel in jedem Fall ausgeschlossen. Ob dies nur eine reine Drohgebärde ist, ist schwer abzuschätzen. Die TC’s brauchen jedoch in jedem Fall eine gesicherte Zukunft: Für den Fall, dass AGGLOlac von den Parlamenten und Stimmbevölkerung angenommen wird und für den Fall, dass das Projekt abgelehnt wird.

3. Verträge

  • Zur Sicherung der Zukunft der beiden Tennisklubs sind zwei Verträge nötig: Einerseits mit der Stadt Biel zur Bereinigung der Situation am heutigen Standort (und zur Mittelbeschaffung für Umzug und Neubau) und andererseits mit der Burgergemeinde Nidau (Baurecht für den neuen Ort in Ipsach). Mit beiden Parteien (zuletzt auch unter Einbezug der Projektgesellschaft Mobimo) wurde seit längerer Zeit verhandelt. Im Verlaufe des vergangenen Jahres konnte über die wesentlichen Punkte eine Einigung erzielt werden. Bereinigt werden müssen nur noch einige Details. In der Vereinbarung mit Biel und Nidau (auf Wunsch von Biel wurde ebenfalls die Stadt Nidau mit einbezogen) ist vorgesehen, dass die Städte als Heimfallentschädigung für die Baurechte, als Kaufpreis für das Klubhaus und zusätzlich als Entschädigung für Inkonvenienzen insgesamt eine Pauschalvergütung von CHF 2,5 Millionen leisten. Der Ausschuss hat diesen Betrag im vergangenen Jahr erfolgreich deutlich nach oben verhandelt.
  • Parallel dazu wird mit der Burgergemeinde Nidau ein Baurechtsvertrag über die fragliche Parzelle in Ipsach abgeschlossen. Die Tennisklubs können dabei selber festlegen, wann das Baurecht beginnen soll.
  • Nach der definitiven Fixierung der Texte werden die Vorstände der Tennisklubs beschliessen und die Verträge unterzeichnen – selbstverständlich vorbehältlich der Genehmigung durch die Generalversammlungen. Diese werden erst stattfinden, wenn das Ergebnis der Volksabstimmungen über das Projekt AGGLOlac vorliegt. Dies ist mit der Projektgesellschaft so abgesprochen. Damit können die Generalversammlungen im Wissen aller Parameter über die Zukunfts der Clubs befinden.
  • Über das Zusammenführen der beiden Tennisklubs in eine neue Rechtsform wird dann gemäss Art. 19 unserer Statuten in einer a.o. GV am Schluss befunden, wofür eine 3/4 Mehrheit notwendig ist.
  • Parallel und unabhängig von diesen Prozessen läuft zudem in Ipsach nach wie vor die Überarbeitung der neuen Seezone. Gemäss heutiger Planung wäre der Bau eines Tennisclubs mit Clubhaus und 5 Plätzen möglich. Nach erfolgter Annahme der neuen Planung würde die Parzelle gemäss unserer Eingabe vergrössert damit der Bau von 6 Plätzen ermöglicht wird. Die Vorlage befindet sich in der 2. Vorprüfung des Kantons und wird demnächst zur Abstimmung kommen.

4. Machbarkeit

Der Ausschuss der Tennisklubs hat bereits eine Projektstudie (siehe nächste Seite) bei Herr Yannick Roschi (Mitglied TC Dufour, Architekt mit Erfahrung im Bau von Tennisanlagen, u.A. TC Biel) erstellen lassen. Diese hat ergeben, dass sich fünf oder sechs Tennisplätze (je nach Ausgang der Ortsplanungsrevision in Ipsach)  samt Klubhaus platzieren lassen und dass der in früheren Schätzungen vorgesehene Betrag von CHF 1,8 – 2 Mio. nach wie vor realistisch ist. Da nun die Höhe der Entschädigungszahlung und der Zins für das Baurecht feststehen, haben die Tennisklubs eine angepasste Planerfolgsrechnung für die Zukunft erstellt. Aus dieser ergibt sich, dass der Umzug und Neubau aus der Heimfallentschädigung + Eigentumsverkauf gut finanzierbar und der operative Betrieb am neuen Standort knapp tragbar ist. Allerdings gibt es nach wie vor einige Faktoren, die sich schwer abschätzen lassen, deshalb haben die Clubs vorsichtshalber mit einem Mitglieder- und Mitgliederbeitragsrückgang von 25% gerechnet, um einen finanziellen Spielraum (“finanzieller Sicherheitspuffer”) garantieren zu können. Weil der neue Standort nicht mehr im “Schaufenster” steht wie unser aktueller Standort und weil der Generationenwechsel weiter fortschreiten wird, gehen wir davon aus, dass wir die aktuell rekordhohen Mitgliederzahlen am neuen Standort nicht halten können.

5. Planungssicherheit bis 2026

Wie der Ausschuss per Ende 2020 informiert wurde, wird das Seewasserwerk in Ipsach demnächst saniert. Für die Bauarbeiten wird die uns zugesicherte Parzelle  bis spätestens 2026 als Bauinstallationsplatz benötigt. Bei einem allfälligen Neubau könnten die TC’s von gewissen Vorarbeiten (z.B. Bodenfundierungen) profitieren. In Absprache mit den Behörden können wir somit bis 2026 mit einem Verbleib am aktuellen Standort rechnen. Das weitere Vorgehen der Tennisclubs ist nun vom Ausgang des politischen Prozesses (Volksabstimmungen AGGLOlac) abhängig.